Taurin für die Katze – Wichtiger Bestandteil in der Katzennahrung

Warum brauchen Katzen Taurin?

Katzenliebhaber haben ein Herz für ihre kleinen Stubentiger. Die Gesundheit des Tieres steht dabei deutlich im Vordergrund, da nur eine gesunde Katze auch wirklich eine glückliche Katze ist. Die Gesundheit kommt dabei größtenteils über die Ernährung, sodass der Katzenfreund sich früher oder später auch mit dem Thema Taurin beschäftigen muss.

Gerade für diejenigen, die zum ersten Mal eine Katze besitzen, werden dabei mit Sicherheit einige Fragen wie:

  • Was genau ist Taurin
  • Wofür braucht die Katze Taurin
  • Was bewirkt ein Mangel ein Taurin
  • Welche Menge an Taurin benötigt die Katze
  • Wie äußert sich ein Taurinmangel?
  • Wie kann eine ausreichende Menge an Taurin sichergestellt werden
  • Gibt es Überdosierungen bei Taurin
Taurin Katzen
Besonders bei Wohnungskatzen ist die Zugabe von Taurin im Katzenfutter oder per Nahrungsergänzung wichtig. Foto: Vera Verano/Bigstock

auftreten.  Das genaue Wissen um Taurin ist entscheidend dafür, dass der Katzenliebhaber seinem Stubentiger ein glückliches gesundes Leben bereiten kann.

Was genau ist Taurin?

Als Taurin wird eine Aminosäure bezeichnet, welche für die Gesundheit der Katze immens wichtig ist. Die Bezeichnung Taurin gibt Rückschlüsse darauf, wo diese Aminosäure zuerst entdeckt wurde. Taurin ist eine Ableitung des Wortes “Tauros”, der griechischen Bezeichnung für den Stier. Wissenschaftler haben die Aminosäure zuerst in der Rindergalle nachgewiesen, allerdings ist die Aminosäure nicht ausschließlich im Rindfleisch vorhanden.

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Letzte Aktualisierung am 10.12.2018 um 13:35 Uhr / Affiliate Links / Produktbilder: Amazon

Die Maus als natürlicher Taurinlieferant

Wenn Sie eine Freigängerkatze haben, welche regelmäßig Mäuse fängt und frisst, dann sollte in der Regel der Taurinbedarf auf natürliche Weise bereits gedeckt sein. Kaum ein anderes Tier verfügt über einen so hohen Tauringehalt wie der kleine Nager. In der freien Natur gehört die Maus regelmäßig auf den Speiseplan der Katze, sodass sie daher immer gut mit Taurin versorgt werden. Beim Stubentiger sieht das natürlich naturgemäß anders aus. Die Vorliebe für Mäuse in der Ernährung von Katzen ist höchstwahrscheinlich auch der Grund dafür, dass Katzen im Gegensatz zu vielen anderen Tieren nur unzureichend dazu der Lage sind, Taurin selber zu synthetisieren. Die Umwandlung von Methionin und Cystein in Taurin ist für freilebende Katzen daher nicht unbedingt vorgesehen, da der Taurin durch die naturgemäße Ernährung ausreichend zur Verfügung steht, wenn Mäuse gefressen werden. Für Stubentiger gilt daher den Bedarf möglichst über hochwertiges Katzenfutter oder entsprechende Nahrungsergänzung zu decken.

Ein weiterer Punkt, warum bei der Ernährung von Hauskatzen oder Wohnungskatzen auf die Zugabe von Taurin geachtet werden sollte, ist die Tatsache, dass die Katze aufgenommenes Taurin nur sehr unzureichend speichern kann. Auch hier machen das viele andere Tiere wesentlich effektiver. Der Stubentiger scheidet etwa die Hälfte des aufgenommen Taurins ungenutzt wieder aus.

Wofür braucht die Katze Taurin?

Die Aminosäure Taurin erfüllt im Körper der Katze sehr wichtige Funktionen. Taurin ist ein Grundbaustein zur Erhaltung der Netzhaut im Katzenauge, der Retina. Überdies reguliert Taurin auch die Verdauung sowie den Stoffwechsel, was gerade im Hinblick auf die Fettaufnahme des Tieres grundlegend wichtig ist. Auch die Herzfunktion sowie die Entwicklung des Gehirns der noch jungen Katze ist Taurin ein Grundbaustein. Bei einer weiblichen Katze ist Taurin wichtig für die Fruchtbarkeit.

Im Gegensatz zu anderen Tieren sowie auch dem Menschen ist die Katzenleber jedoch nicht in der Lage, Taurin in ausreichenden Mengen aus anderweitigen Aminosäuren zu synthetisieren. Hierfür sind die jeweiligen Enzyme, welche diese Funktion bei anderen Lebewesen übernehmen, bei der Katze nicht genügend aktiv. Für die Katze ist es also immens wichtig, dass Taurin im Zuge der Nahrungsaufnahme zugeführt wird. Allerdings besteht bei der Katze das Problem, dass der Katzendarm das Taurin mittels Mikroorganismen wieder abbaut, sodass nur die Hälfte des Taurins im Futter auch wirklich für den Körper zur Verfügung steht. Der Katzenliebhaber muss also dafür Sorge tragen, dass die Katze Taurin in ausreichenden Mengen erhält, um Mängelerscheinungen vorzubeugen.

Welche Folgen hat ein Taurinmangel?

Sollte die Katze Taurin in nicht ausreichender Menge erhalten sind die Folgen durchaus drastisch.

Als schlimmste Folgen können drohen

  • Degeneration der Retina
  • Unfruchtbarkeit bei weiblichen Katzen
  • Immunschwäche
  • Taubheit
  • Herzprobleme

Eine Degeneration der Retina bewirkt, dass die Katze schlimmstenfalls durch Taurinmangel erblinden kann. Die Netzhautschädigung, welche durch Taurinmangel auftreten kann, gilt als irreversibel und lässt sich dementsprechend medizinisch nicht umkehren.

Sollte eine weibliche Katze, welche unter Taurinmangel leidet, trotzdem schwanger werden kommt es in den meisten Fällen zu einer Totgeburt. Diejenigen Katzenbabys, welche trotzdem das Licht der Welt erblicken, sind in der Regel kränklich und größentechnisch unterentwickelt. Die Überlebenschancen dieser Katzen werden als sehr gering eingeschätzt, da Entwicklungsstörungen auch das Gehirn sowie die Wirbelsäule nebst der Hinterbeine betreffen.

Das Problem, welches für den Katzenfreund auftritt, liegt in der Erkennbarkeit des Taurinmangels. In der Regel lässt sich dieser Mangel erst nach ca. fünf Monaten erkennen.

Taurinmangel bei der Katze – Was sind die Symptome?

Oft kommt es zu einem Taurinmangel bei Katzen wenn sie vorwiegend mit Hundefutter, minderwertigem Katzenfutter oder selbstgekochtem Futter ernährt werden. Weiterhin gibt es leider auch einige „Spezialisten“ welche ihre Katze strikt vegetarisch ernähren, obwohl Katzen von Natur aus bekanntlich Fleischfresser sind. Auch das kann zu einem Mangel an Taurin führen, wenn nicht gegengesteuert wird.

Erkennbare klinische Symptome eines Mangels treten jedoch nicht kurzfristig auf, sondern im allgemeinen erst, wenn die Mangelsituation bereits seit geraumer Zeit besteht (zwischen ca. 5 Monaten und zwei Jahren). Weiterhin gilt es zu beachten, dass nicht bei allen Katzen mit einem Taurinmangel auch tatsächlich klinische Symptome auftreten. Schätzungsweise ist das nur bei gut der Hälfte der Katzen der Fall.

Fehlt es am Taurin, kann es zu vielfältigen Krankheiten, wie oben bereits angeführt, kommen. Die Symptome und Nachweisbarkeiten sind daher krankheitsspezifisch verschieden.

Retinadegeneration

Bei der Degeneration der Retina kann man mit einer ophthalmologischen Untersuchung frühe Anzeichen den Erkrankung erkennen. Des weiteren kann eine Störung der Funktion der Retina mit einem Elektroretinogramm erkannt werden. Die Entwicklung einer Retinadegeneration dauert ca. 3 Monate oder länger und sind leider nicht direkt kurzfristig erkennbar für den Katzenbesitzer. Als Katzenhalter kann einem als erstes auffallen, dass etwas nicht stimmt, wenn sich die Katze in zunehmenden Maße bei beispielsweise Sprüngen verschätzt und schlicht auf die Schnauze fällt. Auch ein häufiges prallen gegen Hindernisse können bereits erste Hinweise sein.

Dilatative Kardiomyopathie

Bei einer dilatative Kardiomyopathie sind die klinischen Symptome bei manchen Katzen unauffällig und bei anderen können akute Symptome einer Herzinsuffizienz (etwa Apathie, Anorexie und Dyspnoe) auftreten. Weiterhin können ein Lungenödem, galoppierender Herzrythmus, systolische Herznebengeräusche, sowie ventrikuläre Arrhythmien auftreten. Ist es bereits zu einer schweren Herzinsuffizienz gekommen, treten meistens auch eine erniedrigte Körpertemperatur, blasse Schleimhäute und ein geschwächter Puls auf. Eine Diagnose erfolgt in der Regel durch eine Herzsonographie. Für den Besitzer sind erste Hinweise nur schwer zu erkennen. Am meisten zeigt es sich durch den zunehmend geschwächten Allgemeinzustand der Katze. Geschwächte Katzen sind oft schon zu schwach zum Stehen.

Unfruchtbarkeit und Fetalentwicklung

Der Mangel an Taurin ist besonders für weibliche Katzen die trächtig sind ein Problem. Nicht selten kommt es ab dem 25. Tag der Trächtigkeit zum Absterben der Feten und damit zu einem Abort oder einer Resorption der Feten. Katzenbabies haben in der Regel nur recht geringere Überlebenschancen, da sie durch eine verfrühte Geburt gewöhnlich klein und überaus schwach sind. Ebenfalls ist das Wachstum der Katzenwelpen nach der Geburt um bis zur Hälfte verzögert. Erhebliche Fehlbildungen sind ebenfalls nicht selten zu beobachten.

Diagnose eines Taurinmangels bei der Katze

Die Diagnose begründet sich zum einen auf den klinischen Symptomen und zum anderen bei einer Blutuntersuchung in einem niedrigen Tauringehalt in Plasma und Vollblut.

Welche Menge an Taurin braucht die Katze? Was ist die richtige Dosierung?

Taurine - freie Aminosäure
Taurine – Lebenswichtige Aminosäure – Foto: Zerbor/Bigstock

Ein weiteres Problem, welches sich im Zusammenhang mit Taurin für den Katzenfreund ergibt, ist die Bestimmung der ausreichenden Menge an Taurin für die Katze. Einen allgemeingültigen Wert hierfür gibt es schlicht und ergreifend einfach nicht. Als Faustregel kann jedoch eine Menge von ca. 50 mg an Taurin für jedes Kilogramm Körpergewicht der Katze täglich angesehen werden. Der Bedarf an Taurin hängt jedoch auch von der Futterart ab. Die Verdaulichkeit des Futters spielt hierbei ebenso eine große Rolle sowie die Proteinmenge und Proteinart des Futters. Weiterhin spielen die Lebensumstände der jeweiligen Katze eine wichtige Rolle für den Bedarf an Taurin. Ist die Katze schwanger oder säugt sie ihren Nachwuchs, so benötigt sie natürlich einen höheren Wert an Taurin. Der Taurinbedarf kann zudem mit zunehmendem Alter der Katze ansteigen.

Wie kann eine ausreichende Menge an Taurineränzung sichergestellt werden

In erster Linie kann der Katzenfreund den Taurinbedarf der Katze durch das Futter sicherstellen. Die Aminosäure tritt in nahezu jedem animalischen Gewebe auf, sodass der Taurinbedarf durch die Futterzusammenstellung wirksam gesteuert werden kann. Als Taurinquellen dient vornehmlich rohes Fleisch, da Taurin sowohl im Herzen des Tieres als auch im Muskelgewebe in sehr hoher Konzentration vorhanden ist. Gehirn, Magen-Darm sowie Leber dient ebenfalls als Taurinträger für die Katze. Der Katzenliebhaber sollte allerdings bedenken, dass das Taurin durch Erhitzung des Fleisches zerstört wird. Ein Einfrieren und auch wieder Auftauen des Fleisches stellt allerdings kein Problem dar. Das Taurin ist überdies auch in Pflanzen enthalten, allerdings nur in einer einzigen Pflanzenart. Die Kaktusfeige enthält Taurin in ausreichender Menge für eine Katze, sodass auch alternative Nahrungsergänzung für die Katze zum rohen Fleisch gereicht werden kann.

Wenn der Katzenliebhaber den Taurinbedarf der Katze über das Katzenfutter steuern möchte ist lediglich die Mindestmenge des Bedarfs entscheidend. Informationen über eine Überdosierung und deren Folgen sind nicht bekannt. Im Katzenfutter, welches gekocht wird, geben die Hersteller nach dem Garvorgang die Aminosäure Taurin noch künstlich zu dem Futter hinzu. Die Dosierung ist in diesem Fall dann für die Katze ausreichend, allerdings sollte der Katzenliebhaber diese Mindestmenge auch kennen. Im Trockenfutter sollte ein Mindestwert von 1000 mg Taurin per Kg vorhanden sein, während hingegen beim Nassfutter der doppelte Wert zugrunde gelegt wird. Da der Taurinwert auf jeder Verpackung des Katzenfutters angegeben wird stellt dies selbst für unerfahrene Katzenliebhaber jedoch kein Problem dar.

Taurin lässt sich, falls es durch die Hauptnahrung nicht in ausreichender Form gereicht werden kann, auch als Supplement – Nahrungsergänzungsmittel – gereicht werden. Dieses Nahrungsergänzungsmittel steht für gewöhnlich sowohl in kristalliner Form als auch in Pulverform auf dem Markt zur Verfügung. Der Katzenhalter kann somit die Essgewohnheiten seines Tieres studieren und das Nahrungsergänzungsmittel Taurin diesen Essgewohnheiten anpassen. Die Katze wird definitiv nicht, wie es beispielsweise bei einem Hund der Fall wäre, das Nahrungsergänzungsmittel aus der Hauptnahrung heraussondern und ausspucken. Dies erleichtert definitiv die Aufgabe, den Taurinbedarf mithilfe des Ergänzungsmittels zu decken.

Bitte beachten Sie, dass wir weder Experten noch Tiermediziner sind. Daher empfehlen wir für eine ernährungstechnische Beratung sowie bei ersten Anzeichen für gesundheitlicher Probleme sich immer persönlich an den Tierarzt oder die Tierärztin Ihres Vertrauens zu wenden. Nur ein Tiermediziner kann die notwendigen Untersuchungen einleiten und eine entsprechende fundiert Diagnose mit Behandlungsempfehlung einleiten. Wir liefern lediglich eine grobe zusammengefasste Erläuterung des Themas. Wir möchten vor allem alle Katzenhalter dazu sensibilisieren auf die notwendige Zugabe von Taurin zu achten.

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