Katze trinkt plötzlich auffällig viel Wasser? Anlass zur Sorge?

Deine Katze ist auffällig durstig? Das könnten mögliche Ursachen sein!

Das Trinken ist sowohl für die Menschen als auch für die Tiere lebensnotwendig. Katzen trinken normalerweise als einstige Wüstenbewohner wenig Wasser. Meistens sind sie als Stubentiger nur 1 – 2 Mal am Wassernapf. Oftmals gewinnt man auch den Eindruck oder steht vor der Problematik, dass die Katze eher zu wenig trinkt. Der Frage, ob die Katze genug trinkt, gehen wir in dem Artikel: “Trinkt meine Katze genug” nach. Wenn Ihre Katze ein Freigänger ist, kann sie draußen in der Natur ihren Durst stillen. Dennoch sollte Ihrer Katze zu Hause immer frisches Wasser zur Verfügung stehen. Irrtümlich heißt es, dass Katzen Milch lieben. Als Kitten mag das richtig sein, doch ausgewachsene Katzen sollten grundsätzlich Wasser trinken. Ausgewachsene Katzen haben eine Laktoseintoleranz, die Unwohlsein und Durchfall auslösen kann. Gelegentlich kann es eine spezielle Katzenmilch sein.

In der Erläuterung zum Trinkverhalten und dem Flüssigkeitsbedarf wird durchweg von Wasser als Flüssigkeitszufuhr ausgegangen. Die angemessene Trinkmenge kann Aufschluss darüber geben, ob Ihr Stubentiger gesund ist oder vielleicht eine noch nicht festgestellte Erkrankung hat. Häufig hilft hier das genaue Hinschauen und eine klärende Diagnostik beim Tierarzt.  Ist die Erkrankung erkannt, kann mit wirksamen Medikamenten der Katze geholfen werden.

Meistens fällt das vermehrte Trinken auf, weil die Katze mehr Urin absetzt. Gesteigerter Durst bedeutet nicht immer sofort eine ernsthafte Erkrankung. Es ist wichtig, das Trinkverhalten über einen längeren Zeitraum zu beobachten.

Katze trinkt plötzlich viel Wasser
Wenn die Katze plötzlich besonders durstig erscheint, ist das nicht immer zwangläufig ein Grund zur Sorge. Viele harmlose Gründe können Auslöser sein. Wichtig ist jedoch das Trinkverhalten im Auge zu behalten. (Symbolfoto: Von Daria Kulkova/Shutterstock.com)

Der reguläre Trinkbedarf einer Katze

Eine Katze braucht in etwa pro Kilogramm Körpergewicht 50 – 60 Milliliter Flüssigkeit. Dies sind in etwa 250 Milliliter Wasser pro Tag, abhängig vom Körpergewicht. Wird die Katze mit Nassfutter gefüttert, nimmt sie noch zusätzlich Wasser durch das Fressen auf.

Das Katzenfutter

In verschiedenen Katzenfuttersorten ist häufig zu viel Salz enthalten. Das sorgt für eine Dehydration und vermehrtem Durst. Die Katze trinkt mehr, um den Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen. Nicht nur das Katzenfutter ist hier zu werten, sondern auch die Leckerlies für den Stubentiger. Neben zu viel Salz kann das Katzenfutter oder die Leckerlies zu viel Zucker enthalten. Zu viel Zucker ist ebenfalls ungesund, weil dies zu Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen führen kann, wobei der gesteigerte Durst die Folge ist (Tipp: Katzenfutter ohne Zucker). Bei Freigängern sollten Sie auch einmal mit Ihrem Nachbarn sprechen, ob er der Katze zwischendurch einmal ein Leckerlie gibt. So können Sie auch abschätzen, was Ihre Katze außerhalb ihres Zuhause frisst.

Als Erstes sollten bei gesteigertem Durst auf die äußeren Einflüsse geachtet werden. Wenn hierbei etwas verändert wird, reguliert sich der Trinkbedarf Ihrer Katze meistens wieder.

Äußere Faktoren, die den Trinkbedarf steigern:

  • zu viel Trockenfutter
  • körperliche Anstrengung durch Toben
  • große Hitze im Hochsommer
  • trockene Heizungsluft im Winter

Dies kann bereits die Ursache sein für den vermehrten Durst. Trockenfutter enthält nur 10% Feuchtigkeit. Nassfutter hingegen enthält 70% Feuchtigkeit. Wenn die Katze mehr Trocken- als Nassfutter erhält, bekommt sie mehr Durst. Je nach bisheriger Fütterungsgewohnheit, kann hier bereits eine Ursache liegen.

Die richtige Trinkmenge

Um vorab zu wissen, wie viel die Katze trinkt, gibt es einen einfachen Trick:

Morgens mit einem Messbecher die Wassermenge abmessen und in den Napf gießen. Es sollte etwas mehr sein, als die Katze normalerweise trinkt. Am Abend wird der Rest zurück in den Messbecher geschüttet. Die Differenz zur ursprünglichen Wassermenge am Morgen ergibt schließlich die Trinkmenge. Zur Sicherheit können Sie sich die Werte an mehreren Tagen notieren, um Unterschiede besser zu erkennen. Dies hilft auch Ihrem Tierarzt bei der nächsten Vorstellung Ihrer Katze.

Anlass zur Abklärung besteht jedoch, wenn Sie zusätzlich zum vermehrten Durst folgende Beobachtungen machen:

Katze trinkt am Wasserhahn
(Symbolfoto: Von Sample Stars/Shutterstock.com)
  • Müdigkeit und schnelle Erschöpfung
  • Gewichtsverlust
  • struppiges Fell
  • trinkt viel und uriniert viel
  • Durchfall
  • weniger Spieltrieb
  • aggressives Verhalten
  • gesteigerter Appetit
  • will nicht zum Freigang
  • veränderte Beweglichkeit
  • verminderter Putztrieb
  • Übergeben

Änderungen im Verhalten Ihrer Katze sollten immer ein Alarmsignal sein. Im Zweifelsfall ist es deshalb richtig, sich tierärztlichen Rat einzuholen. Hinter dem gesteigerten Durst kann eine ernsthafte Erkrankung stecken, die schnellstmöglich behandelt werden sollte.

Mögliche Erkrankungen bei gesteigertem Trinkverhalten

Nierenerkrankung

Bei älteren Katzen kommt es häufig zu Funktionsstörungen der Nieren. Dies äußert sich in einem gesteigerten Wasserbedarf. Ein häufiges Symptom ist außerdem, dass die Katze nach dem vermehrten Trinken versucht sich zu übergeben. Besonders bei der chronischen Niereninsuffizienz ist es entscheidend, rechtzeitig den Tierarzt aufzusuchen. Die Erkrankung lässt sich durch Medikamente regulieren, aber nicht heilen. Dennoch wird die Lebensqualität und die Lebenserwartung günstig beeinflusst. Wenn bei Ihrer Katze bereits Diabetes festgestellt wurde, kann eine Nierenerkrankung eine Folgeerkrankung des Diabetes sein.

Schilddrüsenüberfunktion

Eine weitere häufige Erkrankung bei Katzen, unabhängig vom Lebensalter, ist die Schilddrüsenüberfunktion. Anhand eines Blutbilds lässt sich erkennen, wie die Schilddrüse arbeitet und in welcher Dosierung Medikamente verabreicht werden müssen. Die Medikamente müssen lebenslang gegeben werden und wirken regulierend auf die Überfunktion der Schilddrüse.

Diabetes

Besonders kastrierte Kater und ältere Katzen gehören zur Risikogruppe an Diabetes mellitus zu erkranken. Übergewichtige Katzen erkranken dabei ebenfalls öfter als normalgewichtige Katzen. Neben vermehrtem Durst ist eine schnelle Erschöpfung und gesteigerter Appetit zu beobachten. Das körpereigene Insulin ist nicht mehr in ausreichender Menge vorhanden. Es kann den Blutzucker nicht mehr ausreichend regulieren. Die Folge ist, dass der Blutzucker in hoher Konzentration im Blut vorhanden ist und nicht mehr von den Körperzellen aufgenommen werden kann. Dies ist aber notwendig, um z. B. Muskeln mit Energie zu versorgen und damit diese wieder verbraucht werden kann. Medikamente müssen lebenslang diese Aufgabe übernehmen. Folgeerkrankungen der Augen, der Nieren oder anderen Organen können im fortgeschrittenen Verlauf auftreten. Als Hilfreich hat sich bei der Behandlung des Diabetes eine Futterumstellung erwiesen.

Vergiftung

Bei einer Vergiftung ist in jedem Fall höchste Eile geboten. Der Verlauf einer Vergiftung ist oft tückisch. Meistens ist nicht klar, was die Katze gefressen haben könnte. Eines der ersten Anzeichen ist plötzlicher Durst.
Wenn Ihre Katze den Wassernapf in Kürze austrinkt, möchte sie das Gift aus dem Körper ausspülen. Wenn Giftköder in Ihrer Wohngegend ausgelegt wurden und Sie eine Vergiftung vermuten, sollten Sie keine Zeit verlieren. Suchen Sie sofort einen Tierarzt auf und lassen das abklären. Falls die Katze erbricht, nehmen Sie das Erbrochene mit zum Tierarzt. Darin könnten sich noch Spuren des Giftköders befinden. Es besteht akute Lebensgefahr für Ihre Katze.

Nebenwirkungen von verabreichten Medikamenten

Wenn die Katze bereits wegen einer Erkrankung regelmäßig Medikamente erhält, kann es Nebenwirkungen geben, die größeren Durst und eine vermehrte Urinabgabe auslösen. Oft ist dies z. B. bei Diuretika (Medikamente zur Entwässerung) oder Kortison (z. B. bei Entzündungen oder chronischen Erkrankungen) der Fall. Aber auch andere Erkrankungen können sich unspezifisch mit vermehrtem Durst zeigen.

Eine weitere mögliche Ursache zum geänderten Trinkverhalten kann eine Trächtigkeit sein.

Dies ist zum Glück keine ernsthafte Erkrankung und reguliert sich nach der Trächtigkeit von selbst. Durch hormonelle Schwankungen kann es dabei zu gesteigertem Durst kommen. Besonders kurz vor der Geburt trinkt die Katze viel Wasser. Sie muss genügend Milch für die Kätzchen bilden und hat deshalb einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf.

Weitere Gründe für vermehrtes trinken:

Selten hat eine Katze vermehrt Durst bei Schmerzen oder Stress. Als Ablenkung zu den Schmerzreizen oder Stressfaktoren trinkt sie regelmäßig mehr Wasser. Des Weiteren kann das Symptom ein Indiz für einen niedrigen Kaliumwert sein. Wichtig ist in jedem Fall, dies mit Ihrem Tierarzt zu besprechen. So ist die Sicherheit gegeben, rechtzeitig zu Handeln und Ihrer Katze zu helfen.

Entscheidend ist, dass Sie ein wachsames Auge auf Ihre Katze haben. Hat sich etwas in ihrem Verhalten in der letzten Zeit geändert? Was wurde gefüttert? Gab es eine Futterumstellung? Hatte sie mehr Leckerlies als sonst oder mehr Trockenfutter? War es in den letzten Tagen besonders heiß? Hat Ihre Katze Übergewicht? Niemand kennt Ihre Katze besser als Sie. Bei Verdacht auf eine mögliche Erkrankung suchen Sie am besten den Tierarzt auf. Anhand der fundierten Diagnostik kann Ihrem Stubentiger schnell geholfen werden.

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