Wie oft muss ich meine Katze füttern?

Was sollte man bei der Fütterung von Katzen beachten?

Ein guter alter Werbeslogan für Katzenfutter aus vergangenen Tagen lautete: “Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch!“. Liebe geht bekanntermaßen durch den Magen und so wie es beim Menschen ist, ist es letztlich auch bei den Fellnasen. Genauso wie eine falsche oder übermäßige Ernährung für den Menschen gesundheitlich schädlich sein kann ist auch die Über- oder Unterfütterung bei Katzen der Gesundheit nicht förderlich. Viele besorgte Katzenliebhaber stellen sich dementsprechend nachvollziehbarerweise die Frage, wie oft die Katze eigentlich gefüttert werden muss, damit sie sich einer guten Gesundheit erfreuen kann. Bedauerlicherweise gibt es diesbezüglich keine allgemeingültig fest definierten Regelungen, da die Häufigkeit der Nahrungsgabe von verschiedenen Faktoren abhängig gemacht werden muss.

Wie oft muss ich meine Katze füttern?
Fütterungsermpfehlungen für Katzen – Symbolfoto: Von Jaromir Chalabala/Shutterstock.com

Welche Faktoren spielen bei der Häufigkeit der Nahrungsgabe eine Rolle?

Es kommt ganz darauf an,

  • welche Art des Futters die Katze bekommt
  • welche Rezeptur das Futter aufweist
  • welches Alter sowie welche Größe die Katze aufweist
  • welchen Gesundheitszustand die Katze hat
  • ob die Katze ein Freigänger oder eine Hauskatze ist

Jeder Katzenfutterhersteller gibt auf der Verpackung des Produkts sogenannte empfohlene Tagesmengen bekannt. Dies sind jedoch nur Empfehlungen des Herstellers und haben somit nicht für jede Katze Gültigkeit.

Der Durchschnitt

Eine Katze mit durchschnittlicher Größe und einem durchschnittlichen Gewicht von rund 4 Kilogramm hat einen Tagesbedarf von rund 60 bis 75 g Trockenfutter. Dieser Tagesbedarf sollte durch zwei Mahlzeiten gedeckt werden. Die Haltungsbedingungen, welche für die jeweilige Katzenrasse gültig sind, sollten jedoch unbedingt beachtet werden.

Der Futterbedarf von Freigängerkatzen

Es wird von Katzenliebhabern gern vergessen, dass die Freigängerkatzen ihrem Naturell entsprechend Raubtiere sind. Dementsprechend frisst eine Freigängerkatze bei ihren täglichen Freigängen auch Vögel oder Nagetiere, wodurch der Tagesbedarf an Futter bereits ein Stück weit gedeckt wird. Hierbei sollte jedoch ebenfalls nicht vergessen werden, dass die Freigängerkatze sich nicht durch den Hunger antreiben lässt. Vielmehr ist das Raubtierverhalten auf den Instinkt der Katze zurückzuführen. Trotzdem sollte der Katzenliebhaber dafür Sorge tragen, dass die Nahrung in dem heimischen Revier der Katze – sprich den heimischen vier Wänden des Menschen – nicht ständig zugänglich ist. Kann eine Freigängerkatze ständig fressen läuft sie Gefahr, sich zu überfressen. Zwar schwören viele Katzenfreunde auf die sogenannte Ad libitum-Fütterung, welche der Katze eigenständig die Entscheidung zu fressen offenlässt, allerdings funktioniert dieses Prinzip bei Weitem nicht bei jeder Katze. Der Mensch sollte immer ein wachsames Auge auf das Fressverhalten seiner Fellnase haben und dieses im Bedarfsfall kontrollieren.

Ein Nachteil bei der Ad libitum-Fütterung ist der Umstand, dass die Katze aus den unterschiedlichsten Gründen heraus fressen kann. Es ist daher auch möglich, dass die Katze aus reiner Langeweile heraus frisst. Genauso wie bei dem Menschen auch führt dieses Verhalten jedoch zu Übergewicht, was bei einer Katze sehr gravierende Folgen nach sich ziehen kann.

Wie ist der Tagesbedarf bei Wohnungskatzen?

Grundsätzlich sollte der Mensch der Wohnungskatze die Entscheidung überlassen, wie häufig sie täglich frisst und zu welchem Zeitpunkt die Nahrung aufgenommen wird. Im Hinblick auf die Nahrungsmenge jedoch sollte eine Kontrolle auf der Grundlage der bereits genannten Faktoren erfolgen. Frisst die Katze willkürlich in unbegrenzten Mengen läuft sie Gefahr, an Fettleibigkeit zu erkranken. Überdies muss dabei auch der Umstand berücksichtigt werden, dass sich eine Wohnungskatze im Vergleich zu einer Freigängerkatze auch erheblich weniger bewegt und dementsprechend einen geringeren Energiebedarf hat. Verallgemeinert werden darf dieser Umstand jedoch nicht, da es auch sehr aktive Wohnungskatzen gibt. Diese sind jedoch in der Regel eher die Seltenheit.

Welche Fütterungsregeln gelten für Kitten?

Fütterungsempfehlungen für Katzen
Gerade Neulinge unter den Katzenbesitzern neigen oft bei der Fütterung zu dem zu viel des Guten. Symbolfoto: Von Impact Photography/shutterstock.com

Zu Beginn ihres Lebens, also in der Zeitspanne der ersten Wochen, besteht die Ernährung der Kitten ausnahmslos aus Muttermilch. Die Muttermilch enthält sämtliche wichtigen Nährstoffe, welche das Kitten für seine Entwicklung benötigt. Mit dem Nassfutter oder dem angefeuchteten Trockenfutter kann mit dem Erreichen der 4 oder auch 5 Lebenswoche langsam schrittweise begonnen werden. Die Nahrungsaufnahme gehört dabei zu den Dingen, die ein Kitten enorm schnell erlernt. Dementsprechend wachsam sollte der Katzenfreund bei der Fütterung der Kitten sein. Hört das Kitten mit dem Fressen auf, sollten die Reste nach einer Zeitspanne von einer halben Stunde auch entfernt werden, damit das Kitten nicht wieder ohne Hunger mit dem Fressen beginnt. Auf diese Weise kann ein falsches Nahrungsverhalten bereits zu Beginn des Katzenlebens abtrainiert werden. Im Verlauf der Zeit sollte dann ein schrittweiser Wechsel von angefeuchtetem Futter auf das Trockenfutter erfolgen. Drei Mahlzeiten täglich sollte die Katze bis zu ihrem 6. Lebensmonat erhalten, anschließend kann ein Umstieg auf 2 Mahlzeiten täglich erfolgen.

Fütterregelungen für die älteren Katzen

Im Seniorenalter geht es den Katzen nicht anders als Menschen im betagten Alter. Die Aktivität sinkt rapide, sodass auch der Nahrungsbedarf sinkt. Katzen, die das siebte Lebensjahr erreicht haben, benötigen jedoch erheblich mehr Nährstoffe zur Erhaltung der Gesundheit, da sich die Stoffwechselrate verringert. Bei einigen Katzen kann es vorkommen, dass der Appetit aufgrund eines zunehmenden Verlustes des Geschmackssinnes verringert. Durch mehrere kleinere Mahlzeiten täglich kann der Nährstoffbedarf jedoch gedeckt werden, wobei der Katzenfreund allerdings zwingend ein Auge auf das Gewicht der Katze legen sollte. Bei Seniorenkatzen geht es in erster Linie darum, dass sie ihr Gewicht halten und nicht abnehmen. Auch die Gewichtszunahme ist in diesem Alter überhaupt nicht ratsam, da die Seniorkatze das übermäßige Gewicht noch schwerer wieder verliert, als es bei jüngeren Tieren der Fall ist. Dies ist eine weitere Gemeinsamkeit zwischen Mensch und Katze.

Fütterregelungen bei trächtigen bzw. säugenden Katzen

Während der Trächtigkeit oder während des Säugens kann eine Katze eigenständig entscheiden, wieviel sie frisst. Der Bedarf an Trockenfutter während der Trächtigkeit steigt jedoch auf rund 80 g, da die Katze auch ihren Nachwuchs mit ernährt. Bei säugenden Katzen wird allgemeinhin ein Bedarf von rund 120 g als optimal angesehen, da die Katze durch den Säugevorgang auch einen gesteigerten Nährstoffbedarf aufweist. Das Futter sollte auf mehrere Portionen in kleiner Menge täglich verteilt werden. In diesem Zusammenhang muss auch erwähnt werden, dass trächtige Katzen eine Neigung zum Übergewicht haben, weshalb der Katzenliebhaber seine Fellnase regelmäßig wiegen sollte. Auf diese Weise entscheidet die Katze zwar selbst über ihr Fressverhalten, sie läuft aber nicht Gefahr zu stark zuzunehmen. Dies ist bei trächtigen Katzen sowohl für das Muttertier als auch für den Nachwuchs überaus schädlich und sollte dementsprechend auf jeden Fall vermieden werden.

Weiterführende Literatur zum Thema Katzenernährung

Natural Cat Food: Rohfütterung für Katzen - Ein praktischer Leitfaden
Katzen richtig füttern: Gesund - lecker - appetitlich
Katzen gesund ernähren
Katzen füttern: Gesund - lecker - appetitlich
Katzenernährung nach dem Vorbild der Natur: Barfen in allen Lebensphasen
Wegweiser Katzenfutter: Artgerechte Nahrung für den Stubentiger

Letzte Aktualisierung am 2.04.2020 um 00:19 Uhr / Affiliate Links / Produktbilder: Amazon